Objektive für Industriekameras und Machine Vision
Objektive sind das zentrale Element in jedem industriellen Bildverarbeitungssystem. Sie sammeln das Licht vom Prüfobjekt und projizieren es präzise auf den Kamerasensor. Dadurch bestimmen sie entscheidend die Bildqualität, die Auflösung und die Messgenauigkeit. Hochwertige Optiken bilden die Grundlage für stabile und zuverlässige Automatisierungslösungen und sind deshalb in nahezu allen Industriezweigen unverzichtbar, von der Automobilproduktion über die Elektronikfertigung bis zur Lebensmittel- und Pharmaindustrie.
Im Sortiment stehen 125 Objektive von HikRobot und Fujinon, mit Brennweiten von 2,7 bis 85 Millimeter, Bildkreisen von Ø9 bis Ø60 Millimeter und Anschlüssen in C-Mount, F-Mount, M42, M58 und M72. Auf Anfrage liefern wir selbstverständlich auch alle anderen bekannten Marken, darunter telezentrische Objektive und Makrooptiken.
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Produkte im Überblick
In vier Schritten zum passenden Objektiv
Ein Objektiv passt nur, wenn vier Angaben zusammenspielen. Fehlt eine davon, entstehen dunkle Bildecken, unscharfe Ränder oder ein Sichtfeld, das nicht zur Aufgabe passt.
| Schritt | Angabe | Ergibt sich aus | Fehler bei falscher Wahl |
|---|---|---|---|
| 1 | Bildkreis | Sensordiagonale der Kamera | dunkle Ecken, unscharfe Ränder |
| 2 | Anschluss | Mount der Kamera | passt mechanisch nicht |
| 3 | Brennweite | Sichtfeld und Arbeitsabstand | Ausschnitt zu groß oder zu klein |
| 4 | Blende | verfügbares Licht und Schärfentiefe | zu dunkel oder zu geringe Schärfentiefe |
Brennweite berechnen
Die Brennweite folgt aus drei Werten, die Sie in der Anlage messen können. Die Formel lautet: Brennweite gleich Sensorbreite mal Arbeitsabstand geteilt durch Sichtfeldbreite. Ein Beispiel: Bei einem 2/3-Zoll-Sensor mit 8,8 Millimeter Breite, 300 Millimeter Arbeitsabstand und 100 Millimeter Sichtfeldbreite ergeben sich 8,8 mal 300 geteilt durch 100, also rund 26 Millimeter. Gewählt wird dann das nächstliegende Standardmaß, hier 25 Millimeter.
Prüfen Sie anschließend den Mindestarbeitsabstand. Er gibt an, wie nah das Objektiv an das Objekt heran darf, ohne die Schärfe zu verlieren. Bei beengtem Bauraum entscheidet dieser Wert darüber, ob eine Kombination überhaupt funktioniert.
Bildkreis und Sensor müssen zusammenpassen
Der Bildkreis gibt an, welchen Durchmesser das Objektiv scharf ausleuchtet. Er muss mindestens so groß sein wie die Sensordiagonale, sonst werden die Bildecken dunkel. Ein Objektiv für einen größeren Sensor lässt sich immer an einer kleineren Kamera betreiben, umgekehrt nicht. Wer später auf eine Kamera mit größerem Sensor wechseln will, wählt den Bildkreis besser gleich eine Stufe größer.
| Sensorformat | Diagonale | Bildkreis mindestens |
|---|---|---|
| 1/2.9 Zoll | rund 6,2 mm | Ø9 mm reicht aus |
| 1/1.8 Zoll | rund 8,9 mm | Ø9 mm |
| 2/3 Zoll | rund 11 mm | Ø11 mm |
| 1.1 Zoll | rund 17,6 mm | Ø17,6 mm |
| 4/3 Zoll | rund 22,5 mm | Ø23 mm |
Anschluss und Filtergewinde
C-Mount ist der verbreitetste Anschluss in der Bildverarbeitung und deckt Sensoren bis etwa 1,1 Zoll ab. Größere Sensoren verlangen F-Mount, M42, M58 oder M72. Im Sortiment sind 60 Objektive mit C-Mount gelistet, dazu Varianten für die größeren Anschlüsse. Achten Sie zusätzlich auf das Filtergewinde, wenn Sie Polarisations- oder Bandpassfilter einsetzen wollen.
Was Sie neben dem Objektiv brauchen
Objektiv und Beleuchtung werden gemeinsam ausgelegt, denn eine kleinere Blende bringt mehr Schärfentiefe, kostet aber Licht. Die Flächenkamera gibt über ihren Sensor den Bildkreis vor, bei Zeilenkameras braucht es Optiken für den langen Zeilensensor. Verlängerungsringe, Filter und Halterungen finden Sie im Zubehör. Das Sortiment umfasst derzeit 125 Objektive, davon 120 endozentrische Objektive.
Häufige Fragen zu Objektiven
Wie berechne ich die richtige Brennweite?
Brennweite gleich Sensorbreite mal Arbeitsabstand geteilt durch Sichtfeldbreite. Bei einem 2/3-Zoll-Sensor mit 8,8 Millimeter Breite, 300 Millimeter Arbeitsabstand und 100 Millimeter Sichtfeld ergeben sich rund 26 Millimeter, gewählt wird das nächstliegende Standardmaß von 25 Millimeter. Kürzere Brennweiten liefern ein größeres Sichtfeld, längere einen größeren Arbeitsabstand.
Welchen Bildkreis braucht mein Objektiv?
Der Bildkreis muss mindestens der Sensordiagonale entsprechen. Für einen 2/3-Zoll-Sensor sind das rund 11 Millimeter, für 1,1 Zoll rund 17,6 Millimeter. Ist der Bildkreis zu klein, werden die Bildecken dunkel und unscharf. Ein größerer Bildkreis schadet dagegen nicht.
Was bedeutet C-Mount und passt es an meine Kamera?
C-Mount ist ein genormtes Schraubgewinde mit einem Zoll Durchmesser und 17,526 Millimeter Auflagemaß. Es ist der Standardanschluss in der industriellen Bildverarbeitung und passt zu den meisten Kameras bis etwa 1,1 Zoll Sensorgröße. Größere Sensoren benötigen F-Mount, M42, M58 oder M72.
Was ist der Mindestarbeitsabstand?
Der Mindestarbeitsabstand, oft als MOD abgekürzt, ist die kürzeste Entfernung zwischen Objektiv und Objekt, bei der noch scharf gestellt werden kann. Wird er unterschritten, lässt sich kein scharfes Bild mehr einstellen. Bei beengtem Bauraum ist er häufig das entscheidende Auswahlkriterium. Mit Zwischenringen lässt er sich verkürzen, allerdings auf Kosten des Unendlichbereichs.
Kleinere Blende für mehr Schärfentiefe?
Ja, eine kleinere Blendenöffnung, also eine höhere Blendenzahl, vergrößert die Schärfentiefe. Der Preis dafür ist weniger Licht auf dem Sensor, was längere Belichtungszeiten oder eine stärkere Beleuchtung erfordert. Ab etwa F11 nimmt die Abbildungsleistung durch Beugung wieder ab. Ein guter Arbeitsbereich liegt meist zwischen F4 und F8.
Liefern Sie auch Marken außerhalb des Sortiments?
Ja. Gelistet sind derzeit HikRobot und Fujinon. Auf Anfrage liefern wir selbstverständlich auch alle anderen bekannten Marken der Bildverarbeitungsoptik, darunter telezentrische Objektive, Makrooptiken und Sonderausführungen.
