Camera Link Flächenkameras für taktgenaue Bildaufnahme
Camera Link überträgt Bilddaten und Steuersignale auf getrennten Leitungen. Der Auslösezeitpunkt liegt dadurch fest und schwankt nicht, anders als bei paketbasierten Netzwerken. Wo eine Aufnahme exakt zu einem Drehgeberimpuls, einem Blitz oder einem Roboterschritt gehören muss, ist das der ausschlaggebende Vorteil. Eine passende Einsteckkarte gehört zwingend dazu.
Im Sortiment stehen 8 Modelle mit Auflösungen von 4 bis 101 Megapixel, monochrom oder farbig, in den Ausbaustufen Base, Medium, Full und 80 Bit. Neben unserem Standardsortiment liefern wir auf Anfrage selbstverständlich auch alle anderen bekannten Marken, exakt auf Ihre Anforderungen zugeschnitten.
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Produkte im Überblick
Camera Link auslegen: Konfigurationsstufe, Kabel und Karte
Camera Link ist keine einzelne Geschwindigkeit, sondern eine Familie von Ausbaustufen. Welche davon Sie brauchen, ergibt sich aus der Datenrate Ihrer Kamera, und sie entscheidet zugleich über die Zahl der Kabel und über die passende Einsteckkarte. Wer die Stufe zu klein wählt, muss später Kamera und Karte tauschen. Diese Seite rechnet den Bedarf durch. Alle Schnittstellen im Vergleich zeigt die Oberkategorie Flächenkameras.
Base, Medium, Full und 80 Bit
Camera Link überträgt je Takt eine feste Zahl an Bits über Leitungspaare. Der Takt liegt je nach Ausführung zwischen 20 und 85 Megahertz. Aus Takt und Bitbreite ergibt sich die Bandbreite. Die folgenden Werte gelten für den vollen Takt von 85 Megahertz.
| Stufe | Bits je Takt | Kabel | Bandbreite |
|---|---|---|---|
| Base | 24 | 1 | rund 255 MByte/s |
| Medium | 48 | 2 | rund 510 MByte/s |
| Full | 64 | 2 | rund 680 MByte/s |
| 80 Bit, auch Deca genannt | 80 | 2 | rund 850 MByte/s |
Base kommt mit einem einzigen Kabel aus, alle höheren Stufen brauchen zwei. Die Karte im Rechner muss dieselbe Stufe beherrschen: eine Base-Karte nimmt eine Full-Kamera nicht an. Im Sortiment tragen zwei Modelle die Angabe Base, Medium und Full und ein weiteres Paar die Angabe 80 Bit. Passende Karten führen wir unter Frame Grabber.
Die Datenrate zuerst ausrechnen
Die benötigte Bandbreite ergibt sich aus Pixelzahl mal Bytes je Pixel mal Bildrate. Bei 8 Bit Monochrom ist ein Pixel ein Byte, bei 12 Bit sind es zwei, bei Farbe mit 8 Bit je Kanal drei.
Ein Rechenbeispiel aus dem eigenen Sortiment: Ein Sensor mit 11648 mal 8740 Pixeln hat 101,8 Megapixel. Monochrom mit 8 Bit bei 8,1 Bildern je Sekunde ergibt das rund 825 MByte pro Sekunde. Das liegt unter der Grenze der 80-Bit-Stufe und über allen darunter. Dieselbe Kamera in Base wäre auf etwa 2,5 Bilder je Sekunde beschränkt.
| Auflösung | Base | Medium | Full | 80 Bit |
|---|---|---|---|---|
| 4 MP | rund 63 fps | rund 127 fps | rund 170 fps | rund 212 fps |
| 5 MP | rund 51 fps | rund 102 fps | rund 136 fps | rund 170 fps |
| 12 MP | rund 21 fps | rund 42 fps | rund 56 fps | rund 70 fps |
| 25 MP | rund 10 fps | rund 20 fps | rund 27 fps | rund 34 fps |
| 101 MP | rund 2,5 fps | rund 5 fps | rund 6,7 fps | rund 8,4 fps |
Die Werte sind Grenzen der Schnittstelle, keine Kameradaten. Bei 12 Bit halbieren sich die Zahlen, bei Farbe mit 8 Bit je Kanal sinken sie auf ein Drittel. Was ein einzelnes Modell tatsächlich leistet, steht auf seiner Produktseite.
Auflösungsklassen im Sortiment
| Auflösung | Modelle | Typische Verwendung |
|---|---|---|
| 4 MP | 1 | Schnelle Prüfung, Bildrate wichtiger als Detail |
| 5 MP | 2 | Sortierstrecken, hohe Taktzahl |
| 12 MP | 2 | Ausgewogen, mittlere Sichtfelder |
| 25 MP | 1 | Messen und Oberflächenprüfung |
| 101 MP | 2 | Höchstes Detail bei niedriger Taktzahl |
Monochrom sind 6 der Modelle, 2 liefern Farbe. Monochrom bringt bei gleicher Pixelzahl mehr nutzbares Detail, kommt mit weniger Licht aus und erzeugt nur ein Drittel der Datenmenge. Farbe brauchen Sie, wenn die Farbe selbst das Prüfmerkmal ist.
Stecker, Kabellänge und Stromversorgung
Zwei Steckerformen sind gebräuchlich. MDR-26 ist die ältere, größere Bauform, SDR-26 die kompakte Variante, die an modernen Kameras vorherrscht. Mechanisch sind sie nicht austauschbar, elektrisch übertragen sie dasselbe. Achten Sie beim Kabelkauf auf beide Enden, denn Kamera und Karte tragen nicht zwingend denselben Stecker. Konfektionierte Leitungen finden Sie unter Zubehör und Kabel.
Die Länge ist begrenzt. Bei vollem Takt sind rund 10 Meter üblich, bei niedrigerem Takt entsprechend mehr. Wer weiter muss, braucht einen Umsetzer auf Glasfaser oder wechselt die Schnittstelle. Manche Kameras unterstützen Power over Camera Link und beziehen ihre Versorgung über dasselbe Kabel, das spart eine separate Leitung, setzt aber eine Karte voraus, die das ebenfalls kann.
Wann Camera Link die richtige Wahl ist
Der eigentliche Vorteil liegt nicht in der Bandbreite, sondern in der Vorhersagbarkeit. Bild- und Steuersignale laufen auf getrennten Leitungen, der Auslösezeitpunkt schwankt nicht. Wo eine Aufnahme exakt zu einem Drehgeberimpuls, einem Blitz oder einem Roboterschritt gehören muss, ist das entscheidend. Ethernet arbeitet paketbasiert und kann diese Konstanz nicht zusichern.
Camera Link passt dagegen nicht, wenn Sie lange Kabelwege brauchen, wenn kein Steckplatz für eine Karte frei ist oder wenn die Anlage später wachsen soll. In diesen Fällen sind 10 GigE oder CoaXPress die bessere Grundlage. Zum vollständigen System gehören außerdem ein Objektiv mit passendem Bildkreis und eine abgestimmte Beleuchtung. Für Endlosmaterial auf einer Bahn führt der Weg zu den Zeilenkameras, das gesamte Programm zeigt die Produktübersicht.
Häufige Fragen zu Camera Link Flächenkameras
Was bedeuten Base, Medium, Full und 80 Bit?
Es sind Ausbaustufen derselben Schnittstelle. Sie unterscheiden sich in der Zahl der Bits je Takt und damit in der Bandbreite: Base rund 255, Medium rund 510, Full rund 680 und 80 Bit rund 850 MByte pro Sekunde bei vollem Takt. Base kommt mit einem Kabel aus, alle höheren Stufen brauchen zwei.
Brauche ich zwingend einen Frame Grabber?
Ja. Camera Link ist keine Netzwerktechnik, die Kamera lässt sich nicht an eine gewöhnliche Schnittstelle des Rechners anschließen. Die Karte muss dieselbe Ausbaustufe beherrschen wie die Kamera, eine Base-Karte nimmt keine Full-Kamera an.
Wie lang darf das Kabel sein?
Bei vollem Takt von 85 Megahertz sind rund 10 Meter üblich, bei niedrigerem Takt entsprechend mehr. Längere Strecken lassen sich nur mit einem Umsetzer auf Glasfaser überbrücken. Wenn die Entfernung von vornherein feststeht und größer ist, prüfen Sie besser 10 GigE oder CoaXPress.
MDR-26 oder SDR-26, was brauche ich?
Das hängt an Kamera und Karte, nicht an Ihrer Vorliebe. SDR-26 ist die kompakte, heute übliche Bauform, MDR-26 die ältere und größere. Beide übertragen dasselbe Signal, sind aber mechanisch nicht austauschbar. Prüfen Sie beide Enden, bevor Sie ein Kabel bestellen.
Wann ist CoaXPress oder 10 GigE die bessere Wahl?
10 GigE, wenn Sie lange Kabelwege bis 100 Meter brauchen und keine feste Latenz gefordert ist. CoaXPress, wenn Sie hohe Bandbreite und deterministische Auslösung zugleich brauchen und die Versorgung über dasselbe Koaxialkabel laufen soll. Camera Link bleibt sinnvoll, wo eine vorhandene Karteninfrastruktur weitergenutzt wird.
Liefern Sie auch Marken außerhalb des Sortiments?
Ja. Im Shop ist unser Standardsortiment gelistet. Auf Anfrage liefern wir selbstverständlich auch alle anderen bekannten Marken der industriellen Bildverarbeitung sowie Sonderausführungen, exakt auf Ihre Anforderungen zugeschnitten.
