Auflichtbeleuchtung für die industrielle Bildverarbeitung
Auflicht bezeichnet die Richtung, aus der das Licht kommt: von der Kameraseite auf das Prüfteil und von dort zurück zum Sensor. Damit werden Oberflächen, Beschriftungen, Farben und Fehler sichtbar. Über das Ergebnis entscheidet weniger die Bauform der Leuchte als der Winkel, unter dem das Licht auftrifft, und die gewählte Wellenlänge.
Im Sortiment stehen 114 Beleuchtungen von FALCON, durchgängig mit LED als Lichtquelle und wahlweise im Dauerlicht oder im Blitzbetrieb. Zur Wahl stehen Weiß, Blau, Grün, Rot, Infrarot und Ultraviolett. Neben unserem Standardsortiment liefern wir auf Anfrage selbstverständlich auch alle anderen bekannten Marken, exakt auf Ihre Anforderungen zugeschnitten.
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Produkte im Überblick
Auflicht richtig einsetzen: Winkel, Wellenlänge, Betriebsart
Auflicht bezeichnet keine Bauform, sondern eine Richtung. Das Licht kommt von der Kameraseite, trifft auf das Prüfteil und wird von dort zum Sensor zurückgeworfen. Das Gegenstück ist Durchlicht, bei dem das Teil zwischen Leuchte und Kamera liegt und nur seine Silhouette zeigt. Fast jede Prüfaufgabe, bei der es um Oberflächen, Beschriftungen oder Farben geht, ist eine Auflichtaufgabe. Alle Bauformen zeigt die Oberkategorie Beleuchtungen.
Über das Ergebnis entscheiden drei Größen, und zwar in dieser Reihenfolge: der Winkel, unter dem das Licht auftrifft, die Wellenlänge und die Betriebsart. Die Bauform der Leuchte folgt daraus, sie ist nicht der Ausgangspunkt.
Hellfeld oder Dunkelfeld, das ist die erste Frage
Trifft das Licht steil auf eine glatte Oberfläche, wird es direkt in die Kamera gespiegelt. Die Fläche erscheint hell, jede Vertiefung und jeder Kratzer dunkel. Das ist das Hellfeld, und es eignet sich, wenn das Merkmal dunkler ist als seine Umgebung, etwa bei einer Beschriftung auf hellem Grund.
Trifft das Licht dagegen flach, also nahezu parallel zur Oberfläche, geht der Hauptanteil an der Kamera vorbei. Die Fläche bleibt dunkel, und nur Kanten, Riefen und Erhebungen streuen Licht in Richtung Sensor und leuchten auf. Das ist das Dunkelfeld, die Methode der Wahl für Kratzer, Risse, Prägungen und genadelte Codes auf Metall.
| Anordnung | Fläche erscheint | Merkmal erscheint | Typische Aufgabe |
|---|---|---|---|
| Hellfeld, steiler Einfall | hell | dunkel | Beschriftung, Druckbild, Anwesenheit |
| Dunkelfeld, flacher Einfall | dunkel | hell | Kratzer, Riss, Prägung, Nadelmarkierung |
| Diffus von allen Seiten | gleichmäßig | durch Farbe oder Kontrast | glänzende und gewölbte Teile ohne Reflexe |
Ein und dieselbe Leuchte kann beides leisten, wenn Sie den Abstand und die Neigung ändern. Deshalb lohnt es sich, vor der Bestellung zu probieren, statt die Bauform nach Gefühl zu wählen.
Die Wellenlänge entscheidet über den Kontrast
Farbe ist in der Bildverarbeitung kein Geschmacksthema, sondern ein Werkzeug. Zwei Regeln genügen für den Anfang. Erstens: Licht derselben Farbe wie das Merkmal lässt es hell erscheinen, Licht der Gegenfarbe lässt es dunkel erscheinen. Eine rote Markierung auf hellem Grund verschwindet unter rotem Licht und tritt unter blauem oder grünem Licht deutlich hervor. Zweitens: Je kürzer die Wellenlänge, desto feiner die auflösbaren Strukturen.
| Licht | Wellenlänge | Leuchten | Wofür |
|---|---|---|---|
| Weiß | Farbort statt Wellenlänge | 28 | Farbprüfung, allgemeine Sichtprüfung |
| Blau | 470 nm | 27 | Feine Strukturen, Kontrast gegen Rot und Orange |
| Rot | 626 nm | 27 | Hohe Sensorempfindlichkeit, Standardfall |
| Grün | 525 nm | 26 | Ausgewogen, guter Kontrast gegen Rot |
| Infrarot | 850 nm | 12 | Durchdringt manche Kunststoffe, unterdrückt Fremdlicht |
| Ultraviolett | 375 nm | 2 | Regt Fluoreszenz an, etwa bei Klebstoffraupen |
Infrarot hat einen praktischen Nebeneffekt: Für das menschliche Auge ist es unsichtbar, die Leuchte blendet also niemanden am Arbeitsplatz. Zugleich lässt sich mit einem Bandpassfilter am Objektiv das gesamte übrige Licht ausblenden, sodass Hallenbeleuchtung und Tageslicht das Prüfergebnis nicht mehr beeinflussen. Ultraviolett arbeitet anders: Es macht nicht das Licht selbst sichtbar, sondern regt Stoffe zum Leuchten an. Klebstoffe, Sicherheitsmerkmale und manche Öle werden so überhaupt erst erkennbar.
Blitzbetrieb oder Dauerlicht
Alle Leuchten dieser Kategorie beherrschen beides. Dauerlicht ist einfacher, es braucht keine Ansteuerung und eignet sich für ruhende Teile und für Arbeitsplätze, an denen ein Mensch mitschaut. Blitzbetrieb liefert für den Bruchteil einer Sekunde ein Vielfaches der Lichtmenge, synchron zum Auslösen der Kamera.
Drei Gründe sprechen für den Blitz. Er friert Bewegung ein, weil die Belichtungszeit kurz bleibt. Er liefert mehr Licht, ohne die Leuchte thermisch zu überlasten. Und er verlängert die Lebensdauer der LED, weil sie nur einen Bruchteil der Zeit unter Strom steht. Der Preis ist ein Steuergerät und die Verkabelung zur Kamera. Passende Leitungen finden Sie unter Zubehör und Kabel.
Zusammenspiel mit Kamera und Objektiv
Die Leuchte ist kein Zubehör, sondern gleichrangiger Teil des Systems. Drei Punkte gehören in dieselbe Auslegung: Die Bildrate bestimmt die Belichtungszeit und damit den Lichtbedarf, eine schnelle Flächenkamera braucht deutlich mehr Licht als eine langsame. Die Blende am Objektiv steuert Schärfentiefe und Lichtmenge gegenläufig, mehr Schärfentiefe kostet Licht. Und ein Filter am Objektiv, abgestimmt auf die Wellenlänge der Leuchte, hält Fremdlicht draußen.
Für Aufgaben, bei denen nur die Silhouette zählt, etwa Maßprüfung an Kanten, ist Durchlicht die bessere Wahl. Das gesamte Programm zeigt die Produktübersicht.
Häufige Fragen zur Auflichtbeleuchtung
Was ist der Unterschied zwischen Auflicht und Durchlicht?
Beim Auflicht steht die Leuchte auf der Kameraseite, das Licht wird vom Prüfteil zurückgeworfen. Sie sehen die Oberfläche mit ihrer Struktur, Farbe und Beschriftung. Beim Durchlicht liegt das Teil zwischen Leuchte und Kamera, Sie sehen nur seinen Umriss. Für Maße und Konturen ist Durchlicht überlegen, für alles auf der Oberfläche Auflicht.
Hellfeld oder Dunkelfeld?
Hellfeld, wenn das Merkmal dunkler ist als seine Umgebung, etwa eine Beschriftung auf hellem Grund. Dunkelfeld, wenn das Merkmal eine Struktur ist, die Licht streut: Kratzer, Risse, Prägungen, genadelte Codes. Im Zweifel probieren Sie beides, es hängt nur am Winkel.
Welche Lichtfarbe für welches Merkmal?
Licht derselben Farbe wie das Merkmal lässt es hell erscheinen, Licht der Gegenfarbe lässt es dunkel erscheinen. Für feine Strukturen wählen Sie kurzwelliges Licht, also Blau. Für hohe Sensorempfindlichkeit und den Standardfall Rot. Grün liegt dazwischen und passt gut gegen rote Merkmale.
Blitzbetrieb oder Dauerlicht?
Dauerlicht bei ruhenden Teilen und an Arbeitsplätzen mit Sichtprüfung durch einen Menschen. Blitzbetrieb bei bewegten Teilen, bei hohem Lichtbedarf und wenn die Leuchte lange halten soll. Der Blitz verlangt ein Steuergerät und eine Verbindung zur Kamera, alle Leuchten dieser Kategorie unterstützen beide Betriebsarten.
Warum Infrarot oder Ultraviolett statt Weiß?
Infrarot blendet niemanden, durchdringt manche Kunststoffe und lässt sich mit einem Bandpassfilter am Objektiv so einsetzen, dass Hallenbeleuchtung und Tageslicht das Ergebnis nicht mehr beeinflussen. Ultraviolett regt Fluoreszenz an und macht Klebstoffe, Sicherheitsmerkmale und manche Öle überhaupt erst sichtbar.
Liefern Sie auch Marken außerhalb des Sortiments?
Ja. Im Shop ist unser Standardsortiment gelistet. Auf Anfrage liefern wir selbstverständlich auch alle anderen bekannten Marken der industriellen Bildverarbeitung sowie Sonderausführungen, exakt auf Ihre Anforderungen zugeschnitten.
