Kamerabasierte Roboterführung und Pick-and-Place
Ein Roboter kann sehr präzise zu einer bekannten Position fahren. Schwieriger wird es, wenn das Bauteil nicht jedes Mal exakt an derselben Stelle liegt.
Hier übernimmt das Vision-System die Orientierung: Es erkennt das Bauteil, bestimmt Position und Drehlage und stellt diese Informationen der Robotersteuerung zur Verfügung.
Damit können Roboter Werkstücke auch bei variierender Lage aufnehmen, ausrichten oder ablegen.
Anwendung besprechenTypische Anwendungen
- Pick-and-Place
- Bauteile von Förderbändern aufnehmen
- Werkstücke aus Trays entnehmen
- Komponenten lagerichtig zuführen
- Bauteile in Vorrichtungen einsetzen
- Maschinen be- und entladen
- Montagepositionen bestimmen
- Greiferposition korrigieren
- Teile sortieren
- Position vor Bearbeitungsprozessen bestimmen
2D oder 3D?
Nicht jede Roboteranwendung benötigt 3D.
- 2D Vision
- Eignet sich besonders, wenn die Bauteile auf einer definierten Ebene liegen und hauptsächlich X-Position, Y-Position und Drehlage bestimmt werden müssen.
- 3D Vision
- Wird interessant, wenn zusätzlich Höheninformationen, unterschiedliche Z-Lagen, gekippte Objekte oder ungeordnete Teile in Behältern berücksichtigt werden müssen.
Für klassisches Pick-and-Place von flach liegenden Bauteilen kann 2D häufig die einfachere und wirtschaftlichere Lösung sein.
Stationäre Kamera oder Kamera am Roboter?
Beide Konzepte sind möglich.
- Stationäre Kamera
- Die Kamera überwacht einen festen Bereich und übermittelt die Lage des Werkstücks.
- Eye-in-Hand
- Die Kamera sitzt am Roboter und bewegt sich mit dem Roboterarm.
Welcher Aufbau sinnvoller ist, hängt von Sichtfeld, Genauigkeit, Bewegungsbereich und Prozess ab.
Kalibrierung ist entscheidend
Damit eine im Bild erkannte Position zu einer Roboterbewegung wird, müssen Kamera- und Roboterkoordinaten zueinander kalibriert werden.
Deshalb betrachten wir bei Robot-Vision-Projekten nicht nur Kamera und Objektiv, sondern auch:
- Arbeitsbereich
- benötigte Genauigkeit
- Roboter
- Schnittstelle
- Kameraposition
- Greifer
- Zykluszeit
- Beleuchtung
- Kalibrierung
Diese Angaben helfen uns bei der Auslegung
Beispielwerte - Roboterfabrikat und geforderte Greifgenauigkeit sind besonders wichtig.
- Arbeitsbereich
- 400 × 300 mm
- Greifgenauigkeit
- ± 0,3 mm
- Bauteillage
- flach, beliebig gedreht
- Roboter
- 6-Achser, PROFINET
- Zykluszeit
- 2 s je Teil
Passende Produktgruppen
Bauteile kamerabasiert lokalisieren oder Pick-and-Place aufbauen?
Beschreiben Sie uns Arbeitsbereich, geforderte Genauigkeit und Roboter - damit lässt sich der passende Aufbau eingrenzen.
Robot-Vision-Anwendung besprechenHäufige Fragen
Brauche ich für Pick-and-Place immer 3D?
Nein. Liegen die Bauteile auf einer definierten Ebene und sind nur X, Y und Drehlage gesucht, ist 2D meist einfacher und wirtschaftlicher. 3D wird bei Höhenunterschieden oder ungeordneten Teilen im Behälter relevant.
Kamera stationär oder am Roboter montieren?
Beides ist möglich. Eine stationäre Kamera überwacht einen festen Bereich, eine Eye-in-Hand-Kamera bewegt sich mit. Die Wahl hängt von Sichtfeld, Genauigkeit und Bewegungsbereich ab.
Was bedeutet Hand-Auge-Kalibrierung?
Die Zuordnung von Kamera- und Roboterkoordinaten. Ohne sie lässt sich eine im Bild erkannte Position nicht in eine korrekte Roboterbewegung übersetzen.
Verwandte Anwendungen
- Maß-, Lage- & PositionsprüfungBauteile inline vermessen, Position und Drehlage bestimmen und Abweichungen direkt im Produktionsprozess erkennen.
- Anwesenheits- & VollständigkeitsprüfungPrüfen, ob Bauteile, Schrauben, Dichtungen, Etiketten oder Bearbeitungsmerkmale vorhanden und vollständig montiert sind.
- Industrielle QualitätskontrolleMehrere Prüfmerkmale kombinieren - von Vollständigkeit und Maßhaltigkeit bis Oberfläche, Code und Klarschrift.
