Maß-, Lage- und Positionsprüfung mit industrieller Bildverarbeitung
Bildverarbeitung kann nicht nur erkennen, ob ein Bauteil vorhanden ist. Sie kann auch bestimmen, wo es liegt und ob Maße, Abstände oder Winkel innerhalb definierter Toleranzen liegen.
Damit lassen sich Mess- und Positionsaufgaben direkt in automatisierte Produktionsprozesse integrieren.
Anwendung besprechenTypische Prüfgrößen
- Länge und Breite
- Innen- und Außendurchmesser
- Abstände
- Spaltmaße
- Kantenpositionen
- Winkel
- Rundheit
- Mittelpunkt
- X-/Y-Position
- Drehlage
- Ausrichtung von Bauteilen
Die erforderliche Genauigkeit bestimmt das System
Für eine Messanwendung reicht die Angabe „5-Megapixel-Kamera“ nicht aus. Entscheidend ist das Verhältnis zwischen Sichtfeld und erforderlicher Messgenauigkeit.
Je größer das Sichtfeld bei gleicher Sensorauflösung wird, desto weniger Pixel stehen für ein bestimmtes Detail zur Verfügung.
Zusätzlich beeinflussen das Messergebnis:
- Objektivverzeichnung
- Perspektive
- Arbeitsabstand
- Bauteilhöhe
- Beleuchtung
- Kalibrierung
- mechanische Positionierung
Genau deshalb sollte eine Messanwendung immer vom gewünschten Messbereich und der geforderten Toleranz aus ausgelegt werden.
Wann sind telezentrische Objektive sinnvoll?
Bei präzisen 2D-Messaufgaben kann ein telezentrisches Objektiv entscheidend sein.
Normale Objektive erzeugen perspektivische Effekte: Ein Bauteil erscheint bei verändertem Abstand größer oder kleiner. Telezentrische Optiken reduzieren diesen Effekt und eignen sich deshalb besonders für:
- Maßprüfung
- Konturprüfung
- Durchmesser
- Kantenabstände
- präzise Positionsbestimmung
Position und Drehlage bestimmen
Neben Messwerten kann die Bildverarbeitung auch die Lage eines Werkstücks bestimmen. Das ist beispielsweise relevant für:
- Montageprozesse
- Ausrichten von Bauteilen
- Zuführtechnik
- Roboterführung
- Lagekorrektur vor einer Bearbeitung
- Prüfung von Etikettenpositionen
Diese Angaben helfen uns bei der Auslegung
Beispielwerte - mit Sichtfeld und Toleranz lässt sich die nötige Auflösung bereits gut abschätzen.
- Sichtfeld
- 80 × 60 mm
- Kleinste Toleranz
- ± 0,05 mm
- Arbeitsabstand
- ca. 250 mm
- Bauteilhöhe schwankt
- ± 2 mm
- Taktzeit
- 300 ms
Passende Produktgruppen
Sie haben eine Toleranz, ein Sichtfeld und ein Bauteil?
Damit lässt sich bereits sehr gut abschätzen, welche Kamera- und Optikkombination erforderlich ist.
Messaufgabe besprechenHäufige Fragen
Welche Angaben brauchen Sie für eine Maßprüfung?
Am wichtigsten sind Sichtfeld, kleinste relevante Toleranz, Arbeitsabstand und Informationen darüber, ob sich Lage oder Höhe des Bauteils verändern.
Ist eine höhere Kameraauflösung immer besser?
Nein. Die Auflösung muss zur Aufgabe passen. Optik, Beleuchtung, Mechanik und Kalibrierung sind mindestens genauso wichtig.
Kann gleichzeitig gemessen und auf Fehler geprüft werden?
Ja. Ein Bild kann je nach System für mehrere Prüfwerkzeuge verwendet werden.
Verwandte Anwendungen
- Roboterführung & Pick-and-PlaceBauteile lokalisieren, Position und Drehlage bestimmen und Roboter beim Greifen, Ausrichten und Ablegen führen.
- Industrielle QualitätskontrolleMehrere Prüfmerkmale kombinieren - von Vollständigkeit und Maßhaltigkeit bis Oberfläche, Code und Klarschrift.
- Anwesenheits- & VollständigkeitsprüfungPrüfen, ob Bauteile, Schrauben, Dichtungen, Etiketten oder Bearbeitungsmerkmale vorhanden und vollständig montiert sind.
