Zum Inhalt springen
Telefon: +49 (0) 4101 805 0028
VISIONTECHNIK

Tunnelbeleuchtungen für industrielle Bildverarbeitung

Tunnelbeleuchtungen werden eingesetzt, wenn Bauteile möglichst gleichmäßig und aus mehreren Richtungen beleuchtet werden sollen. Das ist besonders bei zylindrischen, länglichen, glänzenden oder leicht gewölbten Werkstücken hilfreich, bei denen klassische Ring-, Balken- oder Flächenbeleuchtungen schnell harte Reflexe oder Schatten erzeugen können. Bei VISIONTECHNIK finden Sie sowohl klassische LED-Tunnelbeleuchtungen als auch Vault- beziehungsweise Gewölbebeleuchtungen. Beide Konzepte verfolgen das gleiche Grundziel: Das Prüfobjekt soll möglichst homogen beleuchtet werden, damit Oberflächenmerkmale, Konturen und mögliche Defekte zuverlässig von der Kamera erfasst werden können. Welche Bauform besser geeignet ist, hängt stark von Werkstückgeometrie, Kamerasystem und Prüfaufgabe ab. Deshalb sollten Tunneltyp, Beleuchtungsbereich, Arbeitsabstand und Lichtfarbe immer gemeinsam betrachtet werden.

39 Produkte

Beleuchtungsbereich Länge (mm)
Lichtfarbe
Controllerbedarf
Versorgungsspannung (V)
Leistungsaufnahme (W)
Anschluss
Kabellänge
Gehäuselänge (mm)
Gehäusebreite (mm)
Serie

Produkte

Tunnelbeleuchtungen: Auswahl nach Prüfaufgabe

Tunnelbeleuchtung oder Vault-/Gewölbebeleuchtung?

Klassische Tunnelbeleuchtungen führen das Licht über eine tunnelartige, diffus wirkende Geometrie um das Prüfobjekt herum. Dadurch eignen sie sich besonders für längliche und zylindrische Bauteile wie Wellen, Rohre, Stangen oder rotationssymmetrische Komponenten.

Vault- beziehungsweise Gewölbebeleuchtungen kombinieren Eigenschaften von Dom- und Balkenbeleuchtungen. Das Licht trifft großflächig und diffus auf das Prüfobjekt, während die Kamera durch ein Sichtfenster auf die Prüfzone blickt. Je nach Ausführung kann dieses Sichtfenster linear oder rund ausgeführt sein.

Solche Beleuchtungen können sowohl bei Flächenkameras als auch bei Zeilenkamera-Anwendungen sinnvoll sein.

Typische Vorteile

Tunnelbeleuchtungen werden vor allem dann eingesetzt, wenn eine möglichst gleichmäßige Ausleuchtung wichtiger ist als eine stark gerichtete Beleuchtung. Typische Vorteile sind:

  • gleichmäßige Beleuchtung gekrümmter und zylindrischer Oberflächen
  • reduzierte harte Schatten
  • geringere störende Direktreflexionen
  • große zusammenhängende Beleuchtungsbereiche
  • gute Voraussetzungen für Oberflächen- und Vollständigkeitsprüfungen
  • je nach Modell Einsatz mit Flächen- oder Zeilenkameras
  • verschiedene Lichtfarben und Wellenlängen verfügbar

Wie stark Reflexionen tatsächlich reduziert werden, hängt allerdings immer auch von Material, Oberflächenstruktur, Kamerawinkel und Werkstückgeometrie ab. Eine Tunnelbeleuchtung beseitigt Reflexionen daher nicht grundsätzlich, sondern schafft in vielen Anwendungen günstigere und reproduzierbarere Beleuchtungsverhältnisse.

Typische Anwendungen

Tunnelbeleuchtungen werden unter anderem eingesetzt für:

  • Oberflächenprüfung von Wellen und zylindrischen Metallteilen
  • Erkennung von Kratzern, Rissen und Fehlstellen
  • Prüfung von Rohren, Stangen und rotationssymmetrischen Komponenten
  • Inspektion von Verpackungen und bedruckten Oberflächen
  • Kontrolle glänzender oder reflektierender Werkstücke
  • Anwesenheits- und Vollständigkeitsprüfungen
  • AOI-Anwendungen
  • Anwendungen mit Flächenkameras oder Zeilenkameras

Tunneltyp

Der Tunneltyp bestimmt wesentlich, wie das Licht um das Prüfobjekt geführt wird. Klassische Tunnelbeleuchtungen eignen sich besonders für längliche Bauteile und definierte Durchlaufgeometrien. Vault-/Gewölbebeleuchtungen sind flexibler aufgebaut und können je nach Modell für Flächen- oder Zeilenkamera-Anwendungen eingesetzt werden.

Beleuchtungsbereich

Breite und Länge des Beleuchtungsbereichs geben an, welcher Bereich des Prüfobjekts ausgeleuchtet werden kann. Diese Werte sollten nicht mit den äußeren Gehäuseabmessungen verwechselt werden. Für die optische Auswahl ist der vom Hersteller angegebene Beleuchtungsbereich wesentlich aussagekräftiger als die reine Gehäusegröße.

Sichtfenster

Bei Vault-/Gewölbebeleuchtungen kann das Sichtfenster je nach Ausführung linear oder rund ausgeführt sein. Die Geometrie muss zum verwendeten Kamerasystem, Objektiv und Sichtfeld passen. Wenn der Hersteller für eine konkrete Modellnummer keine eindeutige Angabe veröffentlicht, sollte dieses Merkmal nicht aus Modellnamen oder Zeichnungen geschätzt werden.

Empfohlener Arbeitsabstand

Der Arbeitsabstand beschreibt den vom Hersteller vorgesehenen Abstand zwischen Beleuchtung und Prüfobjekt. Innerhalb des empfohlenen Bereichs lässt sich die vorgesehene Lichtverteilung in der Regel am zuverlässigsten erreichen. Arbeitsabstand, Beleuchtungsbereich und Kamerasichtfeld sollten deshalb immer gemeinsam betrachtet werden.

Lichtfarbe und Wellenlänge

Die geeignete Lichtfarbe hängt von Material, Oberfläche und gewünschtem Kontrast ab. Weißlicht eignet sich für viele allgemeine Prüfaufgaben und farbige Objekte. Rotlicht kann bestimmte Kontraste verstärken und wird häufig mit monochromen Kameras eingesetzt. Grün- und Blaulicht können bei bestimmten Materialien und Oberflächenstrukturen Vorteile bieten. Infrarotlicht kann interessant sein, wenn sichtbare Farbstrukturen weniger relevant sind oder Materialunterschiede im nahen Infrarot besser sichtbar werden. Bei monochromatischen Beleuchtungen sollte zusätzlich zur Farbe auch die konkrete Wellenlänge berücksichtigt werden.

Betriebsart

Je nach Modell sind Dauerlicht, Pulsbetrieb oder beide Betriebsarten möglich. Dauerlicht eignet sich für kontinuierliche Prüfprozesse. Ein spezifizierter Puls- oder Strobebetrieb kann bei schnellen Bewegungen und kurzen Belichtungszeiten sinnvoll sein. Dabei sollten immer die modellbezogenen Grenzwerte des Herstellers für Pulsdauer, Einschaltdauer und elektrische Belastung eingehalten werden.

Welche Tunnelbeleuchtung passt zu meiner Anwendung?

Für eine erste Auswahl sollten Sie vor allem diese Punkte vergleichen:

  • Tunneltyp und Beleuchtungsgeometrie
  • benötigte Breite und Länge des Beleuchtungsbereichs
  • Kamerasystem und gegebenenfalls Sichtfenster
  • empfohlener Arbeitsabstand
  • Lichtfarbe beziehungsweise Wellenlänge
  • benötigte Betriebsart

Erst danach werden elektrische und mechanische Details wie Versorgungsspannung, Anschluss oder Gehäuseabmessungen wichtig.

Da Hersteller technische Merkmale teilweise unterschiedlich benennen und nicht für jedes Modell alle Werte veröffentlichen, übernehmen wir nur eindeutig dokumentierte Angaben. Nicht veröffentlichte Maße oder Arbeitsabstände werden nicht aus Modellnummern oder Zeichnungen geschätzt. So lassen sich die verfügbaren Tunnel- und Vault-Beleuchtungen technisch sauber vergleichen, ohne fehlende Herstellerdaten künstlich zu ergänzen.

Häufige Fragen zu Tunnelbeleuchtungen

Wann ist eine Tunnelbeleuchtung sinnvoll?
Eine Tunnelbeleuchtung ist besonders interessant, wenn längliche, zylindrische, gewölbte oder reflektierende Bauteile möglichst gleichmäßig aus mehreren Richtungen beleuchtet werden sollen. Durch die umschließende Lichtführung können harte Schatten und störende Direktreflexionen reduziert werden. Ob eine Tunnelbeleuchtung tatsächlich die beste Lösung ist, hängt jedoch von Oberfläche, Werkstückgeometrie, Kameraposition und Prüfmerkmal ab.
Was ist der Unterschied zwischen einer Tunnelbeleuchtung und einem Vault Light?
Eine klassische Tunnelbeleuchtung führt das Licht über eine tunnelartige Geometrie um das Prüfobjekt. Vault- beziehungsweise Gewölbebeleuchtungen kombinieren Eigenschaften von Dom- und Balkenbeleuchtungen. Sie besitzen je nach Ausführung ein lineares oder rundes Sichtfenster für die Kamera und können dadurch auch für unterschiedliche Kameraanordnungen eingesetzt werden.
Können Tunnelbeleuchtungen mit Zeilenkameras verwendet werden?
Ja, sofern die jeweilige Bauform dafür ausgelegt ist. Insbesondere Vault-/Gewölbebeleuchtungen können für Zeilenkamera-Anwendungen interessant sein. Entscheidend sind dabei die Geometrie des Sichtfensters, der benötigte Beleuchtungsbereich und die konkrete Anordnung von Kamera, Objektiv und Prüfobjekt.
Wie groß sollte der Beleuchtungsbereich sein?
Der Beleuchtungsbereich sollte mindestens den tatsächlich zu prüfenden Objektbereich beziehungsweise das benötigte Kamerasichtfeld abdecken. Dabei ist zwischen dem vom Hersteller angegebenen Beleuchtungsbereich und den äußeren Gehäuseabmessungen zu unterscheiden. Für die optische Auswahl ist der Beleuchtungsbereich entscheidend.
Welcher Arbeitsabstand ist richtig?
Wenn der Hersteller einen empfohlenen Arbeitsabstandsbereich angibt, sollte die Beleuchtung möglichst innerhalb dieses Bereichs eingesetzt werden. Eine Veränderung des Arbeitsabstands kann Lichtverteilung, Homogenität und nutzbaren Beleuchtungsbereich beeinflussen. Deshalb sollten Arbeitsabstand, Kamerasichtfeld und Werkstückgröße immer gemeinsam betrachtet werden.
Welche Lichtfarbe sollte ich wählen?
Das hängt vom Material und vom gewünschten Kontrast ab. Weißlicht eignet sich für viele allgemeine Prüfaufgaben. Monochromatische Beleuchtungen wie Rot, Grün oder Blau können bestimmte Material- oder Oberflächenmerkmale stärker hervorheben. Für die endgültige Auswahl ist ein Praxistest mit dem tatsächlichen Werkstück häufig die zuverlässigste Methode.
Können Tunnelbeleuchtungen im Strobe-Betrieb verwendet werden?
Das ist modellabhängig. Einige Tunnelbeleuchtungen sind für Dauerlicht ausgelegt und unterstützen zusätzlich definierte Pulsbedingungen. Pulsdauer, Duty Cycle, Strom und Spannung dürfen nicht von ähnlichen Modellen übernommen werden, sondern müssen für die konkrete Modellnummer vom Hersteller freigegeben sein.
Warum fehlen bei manchen Produkten Angaben zum Sichtfenster oder Arbeitsabstand?
Nicht alle Hersteller veröffentlichen für jede Modellvariante dieselben technischen Angaben. Wenn ein Wert für eine konkrete Modellnummer nicht eindeutig dokumentiert ist, lassen wir das Feld bewusst leer, anstatt Maße aus Modellbezeichnungen oder Zeichnungen zu schätzen.

Nächster technischer Schritt

Sie sind sich bei der Auswahl noch nicht sicher?

Gerade bei Tunnel- und Gewölbebeleuchtungen hängt die Bildwirkung stark von Werkstückgeometrie, Oberfläche, Kamerasystem und Arbeitsabstand ab. Gerne unterstützen wir Sie bei der Auswahl einer passenden Beleuchtung. Senden Sie uns dazu möglichst Informationen zum Prüfobjekt, zur gewünschten Prüfaufgabe, zum verfügbaren Bauraum sowie, falls bereits vorhanden, zu Kamera und Objektiv.

Passende Tunnelbeleuchtung anfragen